Inhalt:
Gleich zu Anfang des Buches wird wiederholt betont, dass Paul Mooser der Frage des Buchtitels mit den Methoden eines Börsenspekulanten nachgeht. Er würdigt die verschiedenen Erklärungsmodelle nur einer flüchtigen Analyse und stößt sie recht schnell - ähnlich wie fallende Wertpapiere - ab. Zwar erkennt er mit dieser Methode manche Dinge richtig, andere Wahrheiten bleiben ihm jedoch gänzlich verborgen. Auch verwundert es nicht, dass er bei dieser Vorgehensweise dem einen oder anderen Irrtum aufsitzt. Der Titel des Buches scheint zwar ein wissenschaftliches Thema zu sein, beim Lesen merkt der Leser dann aber schnell, dass biologische Fakten ganz in den Hintergrund treten, Fakten, die ich mir sehr gewünscht hätte. Es wird auch leider an keiner Stelle definiert, was der Autor unter dem Begriff "Evolution" eigentlich versteht.
Im Kapitel „Die moderne Evolutionstheorie, das naturalistische-matererialistische Weltbild und die moderne Physik“ sind die Grundaussagen der modernen Evolutionstheorie mit Zitaten und Aussagen von DARWIN und KUTSCHERA sehr wohl enthalten. (S. 77-79)
Die wichtige Unterscheidung zwischen Makro- und Mikroevolution fehlt. "Evolution" wird einfach als gegeben vorausgesetzt.
Im Kapitel: „Die Synthetische Evolutionstheorie und die Entstehung von neuen Arten“ wird der Unterschied zwischen Makro- und Mikroevolution anhand von zwei Aussagen von KUTSCHERA dargestellt. (S. 131-132)
Dass ich von einer stattgefundenen Evolution aufgrund der vorliegenden Beweislage ausgehe, ist allerdings richtig.
Ein Gott wird aufgrund der Theodizee-Frage, gleich zu Beginn einfach abgelehnt. Hier wird weder hinterfragt noch stichhaltig begründet. (siehe Fußnote 1).
Das habe ich auch nicht geschrieben: Im Kapitel „Der Gott und Gläubigen“ (S. 37/38)) steht Folgendes:
... Ob ein Gott für die Existenz des Universums verantwortlich war und ist, muss nach heutigem Kenntnisstand deshalb offen bleiben... Tatsache ist und bleibt, dass keine dieser Thesen bestätigt, aber auch nicht widerlegt werden kann. Der Glaube an einen Gott ist und bleibt somit eine persönliche Angelegenheit des Individuums, wobei dieser Glaube jedoch keinesfalls mit Wissen gleichgesetzt werden sollte.
Fußnote 1: Diese "Argumentation", wenn man sie so nennen darf, habe ich allerdings noch nie nachvollziehen können. Wenn ich einen völlig verbeulten Mercedes 280 sehe, sage ich doch auch nicht: "Welcher bescheuerte Ingenieur hat denn einen völlig verbeulten Mercedes entwickelt?". Auch komme ich nicht zu dem Schluss: "Dieser verbeulte Mercedes kann unmöglich einen intelligenten Entwickler gehabt haben, sonst hätte er doch keine Beulen". Ich würde vielmehr zu dem Schluss kommen, dass der Mercedes sehr wohl einen Erbauer hatte, einen intelligenten dazu, dass aber durch einen Unfall das Fahrzeug verbeult wurde. (Airbag und Sicherheitsgurt würden in mir auch nicht den Verdacht keimen lassen, der Fahrzeugbauer habe bereits im Voraus von diesem Unfall gewusst oder ihn sogar herbeigeführt.)
Diese Kritk/Argumentation von Herrn Meis geht am eigentlichen Thema vorbei. Im Kapitel ARISTOTELES, HUME, PALEY und die Uhr auf dem Acker bin ich mehr als ausführlich auf diese Frage eingegangen, wobei ich sogar die Analogie von KUTSCHERA mit dem Auto und dem Designer als Grundlage herangezogen habe. Dass eine intelligente Ursache für die Existenz eines Autos vorausgesetzt werden kann, habe ich unter Bezug auf ARISTOTELES und DAVID HUME ausführlich erläutert und begründet.
Dies löst aber in keiner Weise das Theodizee-Problem. Zur Verdeutlichung: Wenn ein Terrorist mit einem verbeulten Mercedes 280 ein Selbstmordattentat verübt und unschuldige Kinder, Frauen und Männer tötet und verstümmelt, ist die Frage, ob eine intelligente Ursache für die Existenz des Autos definiert werden kann, unabhängig von der Frage nach der Theodizee zu sehen.
Das Problem taucht erst dann auf, wenn diese Intelligenz einem allmächtigen und allwissenden „Gott“ mit persönlichen Eigenschaften zuschrieben wird. Wenn dieser Gott allwissend ist, hätte er wissen müssen, dass der Mensch seinen freien Willen dazu missbraucht, um unschuldige Menschen im Namen Gottes zu töten und zu verstümmeln. Wenn er als allwissender Gott aber von diesen grauenvollen Taten weiss und sie nicht verhindert kann oder will, dann kann er logischerweise nicht gleichzeitig als gut, gerecht, allwissend und allmächtig bezeichnet werden. Die Feststellung von DAVID HUME weist völlig zu recht auf diese Unstimmigkeit hin.
Gleicherweise kann ich die "Argumentation": "Gott ist gerecht und allmächtig; dennoch gibt es Ungerechtigkeit, also gibt es keinen Gott", nicht nachvollziehen.
Das habe ich weder behauptet, noch geschrieben! Siehe Kaptitel „Der Gott und die Gläubigen“
Dass die Theologie gründlich darin versagt hat, eine befriedigende Antwort auf diese Frage zu liefern, liegt wohl eher daran, dass Theologen mit Vorliebe mit den Methoden der Philosophie arbeiten und dann auch an den Grenzen dieser Methoden scheitern müssen.
Wer außer den Philosophen soll sich dieser Frage denn widmen? Die Theologen können keine nachvollziehbare Antwort formulieren und sagen angesichts von Mord, Terror und Krieg auf dieser Welt meist: Gottes Wege sind eben unergründlich! Und für die modernen Wissenschaften stellt sich Frage, ob ein „Gott“ gut oder böse sei, erst gar nicht. Übrig bleibt der kritische Menschenverstand und die Überlegungen von Philosophen, wie sie beispielsweise DAVID HUME in seinem Buch „Dialoge über die natürliche Religion“ angestellt hat.
Mooser schreibt ferner, man könne gar nicht nachweisen, ob ein Schöpfer für die Existenz des Universums verantwortlich sei (37). Das ist so nicht ganz richtig: Naturalistisch lässt sich ein Schöpfergott und sein Wirken nicht nachweisen, da der Naturalismus einen Gott als Erklärung ausschließt. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Nachweis unmöglich sein muss. In gleicher Weise lässt sich naturalistisch die Existenz meiner acht Ururgroßväter nicht nachweisen. Selbst wenn Namen, Fotos, Stammbaum oder schriftliche Aufzeichnungen existieren sollten, können diese Dokumente aus Sicht des Naturalismus keinen physikochemischen Nachweis liefern - dazu müsste man auf das Intelligent Design zurückgreifen. Ich halte dennoch jede Wette, dass jeder Leser mehrere Ururgroßväter gehabt hat. Es gibt eben noch andere stichhaltige Nachweismethoden als naturalistische. Da wären zum Beispiel die Logik, Dokumente und Artefakte sowie die Erfahrung!
Die reine Logik sagt uns aber, dass von einem „Gott“ weder Stammbaum, Fotos, Dokumente und auch keine Artefakte existieren. Womit will man dann seine Existenz begründen und nachweisen? Außerdem ist uns der Blick über den Urknall hinaus nicht möglich. (siehe Kapitel: Der Gott und die Gläubigen)
Damit stellt Mooser die Weichen weg von einem intelligenten Schöpfer - meiner Meinung nach hat er hier den wahren Wert des "abgestoßenen Wertpapiers" verkannt. Es bleiben nur noch Zufall oder Geist übrig. Er erkennt richtig, dass der Zufall im synthetischen Evolutionsmodell die entscheidende Rolle spielt, aber dieser als Erklärung aus statistischen Gründen ausscheiden muss.
Die Selektion wird von Mooser über die Beispiele von Evolutionsbefürwortern analysiert. Richtig und wichtig ist die Trennung und Unterscheidung von natürlicher und künstlicher Selektion. Er kommt zu dem Schluss, dass nur selektiert werden kann, wenn es eine Vorgabe gibt. Diese könne es aber per Definition der Evolution nicht geben (siehe Fußnote 2).
Fussnote 2: Zwar hat Mooser hier ein Argumentationsfehler der Evolutionsanhänger herausgestellt, allerdings ist ihm dabei ein viel schlimmerer Fehler entgangen: Es gibt nämlich sehr wohl eine klare Vorgabe der natürlichen Selektion. Sie lautet, anders als Evolutionstheoretiker es behaupten: Arterhalt, und ist der künstlichen Selektion (z. B.: durch Züchtungen oder Mutations-Experimente) entgegengesetzt, bei der man Veränderungen ja unbedingt erzielen will und daher natürlich das Veränderte auswählt, ausliest, selektiert. Dies mag dazu geführt haben, dass fast alle Evolutionstheoretiker dem Irrtum aufgesessen sind, Selektion bedeute: "Das Veränderte bewahren". Bei der natürlichen Selektion ist es aber genau anders herum. Hier wird das Unveränderte bewahrt und das Veränderte vernichtet. So würden die "reinrassigen" Hunde durch natürliche Selektion mit der Zeit weitgehend verschwinden. Die vitaleren Mischlinge würden sich dagegen allmählich durchsetzen, denn es käme zur teilweisen Wiederherstellung von Geninformationen durch Rekombination, die in den einzelnen Rassen verlorengegangen sind. Die künstliche Selektion bewahrt hingegen die "reinrassigen" Hunde (oftmals Krüppelzüchtungen), obwohl sie, was ihre Fitness angeht, den Mischlingen in der Regel unterlegen sind.
Auf die Tatsache, dass mit „zufälligen Mutationen“ und „Selektion“ die Entstehung von neuen Arten nicht ausreichend begründet werden kann, bin ich im Kapitel „Die Synthetische Evolutionstheorie und die Entstehung von neuen Arten“ ausführlich eingegangen. Auch auf die Wirkung einer „negativen Selektion“ habe ich anhand der Übergangsform vom Fisch zum Landlebewesen, dem „Titaalik roseae“ mehrfach hingewiesen.
Zitat aus Seite 137: ... Und wie bei den Vögeln greift auch hier die natürliche Selektion durch die Umwelt nicht, da die Änderungen im Vorfeld, also noch im Wasser, eingeleitet werden mussten. Welchen evolutionären Vorteil aber hat ein Fisch, wenn sich seine Flossen zu Handgelenken und Schultern verformen. Ganz im Gegenteil: Diese zufälligen Mutationen würden vielmehr zu einer nicht überlebensfähigen Kreatur führen, die im Zuge einer negativen Selektion wieder ausgelöscht würden.
Die Hinweise auf eine negative, d.h. arterhaltende Selektion ist auch in den zitierten Aussagen von ERVIN LASZLO enthalten, weshalb mir hier sicherlich kein „schlimmer Fehler“ unterlaufen ist. Unabhängig davon, bin ich jedoch der Meinung, dass der „Titaalik roseae“ und auch der "Archaeopteryx" durchaus als Übergangsformen bezeichnet werden können, wenngleich sie ganz sicherlich nicht aufgrund zufälliger und ohne Absicht erfolgter Mutationen entstanden sind. Unterstützt wird diese These unter anderem durch die neuesten Erkenntnisse der Genforschung. JOACHIM BAUER zeigt in seinem neuen Buch „Das kooperative Gen, Abschied vom Darwinismus“, schlüssig auf, dass das Genom kreativ und dazu in der Lage ist, sich selbst umzubauen. (siehe auch Rubrik Buchempfehlungen)
Auf Dawkins scheint der Autor erfreulicherweise nicht hereingefallen zu sein. Er wird korrekt demaskiert (71). Mooser erkennt weiterhin richtig, dass es im Evolutionsmodell immer nur um die Frage geht: "Wie funktioniert es?". Die wichtigere Frage: "Warum funktioniert es?" tritt in den Hintergrund. Zum Beispiel: "Welche Kraft ließt den genetischen Code aus?" (96).
Vermisst habe ich in seinem Buch jedoch klare Wortdefinitionen. Begriffe wie "Intelligenz", "Geist" oder "Gedanke" werden mal synonym gebraucht, mal voneinander abgegrenzt. Das stiftet unnötig Verwirrung und führt wiederholt zu Verständnisproblemen.
Auf den Seiten 101 und 145 und habe ich unter Hinweis auf BATESON und CAPRA mehrfach darauf hingewiesen, dass sich das Geistige in vielfältiger Weise manifestiert und ausdrückt.
Zitat aus Seite 143:
Die Tatsache, dass die lebende Welt in mehrschichtigen Strukturen auf mehreren Ebenen organisiert ist, bedeutet, dass es auch mehrere geistige Ebenen gibt. So gibt es im Organismus verschiedene Ebenen >>metabolische<< Geistestätigkeit bei Zelle, Geweben und Organen, außerdem gibt es die >>neurale<< Geistestätigkeit des Gehirns, die je nach den verschiedenen Phasen der menschlichen Evolution wiederum mehrere Ebenen aufweist ... (CAPRA)
Probleme mit der Definition entstehen meist dann, wenn Geist und Intelligenz ausschließlich dem Menschen, bzw. einem Gott etc. zugesprochen werden. Dass aber auch Pflanzen über Erinnerungsvermögen und somit über Geist und Intelligenz verfügen, wurde mittlerweile von der Biologin BARBARA HOHN sogar experimentell bestätigt. (Seite 103) Dass Pflanzen aber keinen GOETHE lesen können und wir hier im Sinne von CAPRA/BATESON etc. von unterschiedlichen Ausprägungen des Geistigen ausgehen müssen, dürfe somit klar zum Ausdruck gekommen sein.
Mooser widmet sich dem "Intelligent Design" nur kurz. Intelligenz existiert für ihn unabhängig von einer Person (Vergleiche dazu das Zitat von Professor Rolf Pfeifer). Auf Moral, Charakter, Persönlichkeit und andere Expressionen von Göttlichkeit geht er nicht ein. Er spricht von der Intelligenz der Zelle. Damit meint er im Grunde das gleiche wie die im Alten Testament verwendeten Begriffe "Odem des Lebens" oder "Geist". Diese Begriffe sind dort jedoch gänzlich anders definiert als dies in Moosers Buch der Fall zu sein scheint. Das führt zu einem unnötigen Begriffschaos.
Auf den biblischen Bezug habe ich absichtlich verzichtet, da ich in Anlehnung an CAPRA, JANTSCH, DAVIES, SCHRÖDINGER. LASZLO etc. den Geist als absolut „neutrale“ Kraft ansehe und definiere. Da der biblische „Geist“ jedoch überwiegend mit einem persönlichen und mit Eigenschaften versehenen Gott gleichgesetzt wird, hätte diese Bezugnahme zum AT erst recht zur Begriffsverwirrung beigetragen.
Über die Quantenmechanik gelangt Mooser dann zu den Mystikern und in den Bereich der Esoterik. Mooser zitiert abwechselnd wissenschaftliche Größen wie Planck, Hawking, Schrödinger und Einstein sowie Mystiker und Philosophen (griechische, indische, chinesische, u. a.).
Fazit:
Ich denke, ein großes Problem des Buches ist die Begriffsverwirrung. Es wird nicht klar, was mit "Geist" alles gemeint sein kann. Und so wusste ich am Ende gar nicht so recht, welche Position Herr Mooser denn nun vertritt. Offenbar ist er gegen die Synthetische Evolutionstheorie (weil Mutation und Selektion nicht zu einer Höherentwicklung führen), aber er ist nicht gegen Markoevolution an sich. Sie müsste nur von einem intelligenten Geist angetrieben werden, dabei darf es sich aber nicht um eine Person handeln.
Dies ist eine absolut richtige Einschätzung, da ich den Geist als neutrale Kraft definiere, der durchaus als Grundlage für die Selbstorganisationsdynamik des Universums und auch als die Grundlage von „Leben“ herangezogen werden kann (CAPRA, DAVIES, CHARON, JANTSCH etc.) Unüberwindbare Probleme hinsichtlich einer Definition treten erst dann auf, wenn wir den Geist einem persönlichen Gott mit entsprechenden Eigenschaften zuordnen.
Auch empfand ich eine mystisch-philosophische Untermauerung seiner Analyse dem Thema nicht angemessen. Hier wären mit harte Fakten, empirische Aussagen, logische Beweise und klare Definitionen wesentlich lieber gewesen.
Die von mir aufgeführten Argumente und Aussagen von Wissenschaflern, Philosophen und Mystikern hinsichtlich einem pantheistisch geprägten Weltbild dürften in der Summe durchaus eine solide Basis für weitergehende Überlegungen darstellen.
Leider sind etliche Aussagen im Text des Buches fehlerhaft oder ungenau (Beispiele: siehe Fußnote 3). Diese sollten unbedingt korrigiert werden.
Fußnote 3: So wird auf Seite 290 gesagt, das Universum dehne sich mit Lichtgeschwindigkeit aus (Die Expansionsgeschwindigkeit des Universums zu ermitteln, ist eine recht komplexe Angelegenheit - derzeit ist man bei 72 km/s je Megaparsec (siehe Wikipedia unter Hubble-Konstante)). Unglückliche Formulierungen wie auf Seite 149, wo es heißt, Impulse würden "durch die Lichtgeschwindigkeit" übertragen, finden sich regelmäßig.
Bezüglich der Ausdehnungsgeschwindigkeit des Universums auf hat Herr Meis recht. Diese Frage, wie schnell sich das Universum ausdehnt, ist umstritten, weshalb ich hier noch eine Korrektur anbringen werde.
Die Aussage hinsichtlich einer Verständigungsmöglichkeit, die schneller als mit Lichtgeschwindigkeit erfolgt, sollte im Kontext mit dem Versuch von ALAIN ASPECT und meinem Lösungsmodell gesehen werden. Siehe Seite 147 - 151.
Dann gibt es noch undifferenzierte Aussagen, wie auf Seite 277, wo die Demokratie als ein flexibles und lernfähiges System gepriesen wird.
Auch diese Aussage ist im Kontext und in Bezug auf die Wirkung des Zufalls auf vorhandene Systeme zu sehen. Meine These war und ist, dass Demokratien flexibler und lernfähiger auf zufällige Ereignisse (z. B. der treffende Schuss bei einem Attentat) reagieren können, als überholte und erstarrte Machtstrukturen, wie wir sie zum Beispiel zu Beginn des 1. Weltkrieges in Form von Monarchien vorfanden. (Kapitel: Systeme, der Zufall und die Evolution des Geistes, Seite 273 - 280)
ALTES TESTAMENT und THORA sind angeblich zwei verschiedene Dinge (38), obwohl das eine nur Teil des anderen ist.
Der KORAN und das NEUE TESTAMENT bauen ebenfalls auf das ALTE TESTAMENT auf, obwohl hinsichtlich der Gottesdefinitionen/Eigenschaften und dem Stellenwert der jeweiligen Propheten durchaus Unterschiede zwischen Juden, Christen und Moslems festgestellt werden können. Dies wollte ich zum Ausdruck bringen und der Lesen wird sicherlich verstehen, was gemeint ist. Kapitel: Der Gott und die Gläubigen
Auf Seite 228 wird Ordnung und Information nicht voneinander getrennt, um die Unsinnigkeit von Kutscheras Behauptung aufzuzeigen. Das sind nur einige wenige Beispiele für ungenaue oder direkt falsche Aussagen in diesem Buch.
Hier ist der Leser aufgefordert, sich selbst eine Meinung zu bilden. Es geht um die Frage, wo die Grenze zwischen Selbstordnung, Selbstorganisation, Information, Entstehung des Lebens, Geist und Intelligenz gezogen werden kann. Kapitel: Der Designer und der Schnee, Seite 227-234)
Ich kann für dieses Buch leider keine wirkliche Empfehlung aussprechen, obwohl etliche Dinge ganz richtig erkannt wurden. Der größte Fehler ist wohl folgender: Hier wird die Kraft hinter einem Prozess gesucht, der gar nicht abläuft. Ich müsste erst einmal begründen, dass eine Evolution (Höherentwicklung) stattfindet. So lange mir das nicht gelungen ist, ist es müßig, nach einer Ursache für Höherentwicklung zu suchen.
Diese Beurteilung ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass Herr Meis ganz offensichtlich eine stattgefundene Evolution generell ablehnt. Diese Position erinnert ein klein wenig an SCHOPENHAUER, der ebenfalls von unveränderlichen Arten ausgegangen ist. SCHOPENHAUER war allerdings ein Anhänger der Ideenlehre PLATONS und ein begeisterter Anhänger der Upanishaden.
Wird hingegen eine stattgefundene Evolution akzeptiert, (was bei mir der Fall ist) kann zweifelsfrei eine Tendenz hin zu einer zunehmenden Komplexität der Lebensformen festgestellt werden, was auch mit einem sich seiner selbst bewusst gewordenen Geist verbunden war und ist. Diese generelle Tendenz kann allerdings mit „zufälligen Mutationen“ im Sinne des darwinistischen Weltbildes nicht erklärt werden. Meiner Ansicht nach ist die Triebfeder für diese Entwicklung auf einer geistigen Ebene zu suchen, was darauf hinausläuft, dass wir mit unserem Geist in dieses Universums regelrecht hineinwachsen. Die Evolution ist auch noch lange nicht abgeschlossen, da sie sich beim Menschen bereits auf die geistige Ebene verlagert hat. Und dass auf der geistigen geistigen Ebene des Menschen durchaus eine Evolution im Denken, Verstehen, Fühlen und Handeln möglich ist, wird sicherlich auch Herr Meis akzeptieren. Kapitel: Epilog, Seite 297 - 300)
Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals ausdrücklich bei Herrn Meis für die Rezension bedanken. Ich bin mir sicher, dass sie in Verbindung mit meinen Erläuterungen eine gute Ausgangsbasis für weitergehende Überlegungen darstellt.
Paul Mooser